Schlauchquetschventil 206M – offenes Gehäuse

Technische Daten
- Nenndurchmesser DN 50-1200
- Nenndruck PN10, PN16, PN25, PN40
- Mediumtemperatur -60 °C ... +200 °C
- Gehäuseart Offen
- Dichtheitsklasse «А»
- Einbaulage Beliebig, außer mit nach unten gerichtetem Antrieb
- Betätigungsarten — manuell (Hebel) — manuell (Handrad)— manuell (Getriebe)— pneumatischer Antrieb — elektrischer Antrieb
- Garantiezeit 12 Monate
- Durchschnittliche Lebensdauer 6 000 Zyklen
- Garantierte Lebensdauer Nicht weniger als 4000 Zyklen
Technische Zeichnungen und Abmessungen
Tabelle der Hauptabmessungen
| DN | D, mm | D1, mm | L, mm | n-ød |
|---|---|---|---|---|
| 50 | 165 | 125 | 165 | 4-M18 |
| 65 | 185 | 145 | 165 | 8-M18 |
| 80 | 200 | 160 | 200 | 8-M18 |
| 100 | 220 | 180 | 250 | 8-M18 |
| 125 | 250 | 210 | 310 | 8-M18 |
| 150 | 285 | 240 | 375 | 8-M22 |
| 200 | 340 | 295 | 500 | 8-M22 |
| 250 | 395 | 350 | 625 | 12-M22 |
| 300 | 445 | 400 | 750 | 12-M22 |
| 350 | 505 | 460 | 875 | 16-M22 |
| 400 | 565 | 515 | 1000 | 16-M26 |
| 450 | 615 | 565 | 1125 | 20-M26 |
| 500 | 670 | 620 | 1250 | 20-M26 |
| 600 | 780 | 725 | 1500 | 20-M30 |
Produktbeschreibung
Das Schlauchquetschventil Modell 206M dient zum Absperren und Regeln des Durchflusses bei abrasiven Schlämmen, Klarschlamm, Pulvern und anderen feststoffhaltigen Medien. Die offene Gehäusebauweise ermöglicht den direkten Zugang zur austauschbaren Elastomermanschette und zum Betätigungsmechanismus.
Die Manschette bildet den Durchgang und wird von beiden Seiten zusammengedrückt, um den Durchfluss zu regeln oder zu stoppen. Die offene Bauweise erleichtert Sichtprüfung und Wartung; Manschettenwerkstoff, Verstärkung und Betätigung werden entsprechend den Prozessbedingungen gewählt.
Verfügbare Ausführungen
- Nennweiten: DN 50–1200;
- Druckstufen: PN 10, PN 16, PN 25 und PN 40;
- Gehäusebauart: offene, zerlegbare Ausführung;
- Durchgang: voller Durchgang in vollständig geöffneter Stellung;
- Funktion: Auf/Zu-Absperrung oder Regelung, je nach gewählter Ausführung;
- Betätigung: manuell, pneumatisch oder elektrisch.
Die Verfügbarkeit der jeweiligen Kombination aus Nennweite, Druckstufe, Manschettenwerkstoff und Antrieb hängt von der gewählten Ausführung ab. Flanschbohrung und Anschlussmaße werden für die jeweilige Installation festgelegt.
Konstruktionsmerkmale und Vorteile
| Merkmal | Vorteil |
|---|---|
| Offene Gehäusebauweise | Ermöglicht den Zugang zur Manschettenaußenseite und zum Betätigungsmechanismus für Sichtprüfung und Wartung. |
| Austauschbare Elastomermanschette | Das verschlissene medienberührte Bauteil kann ersetzt werden, während funktionsfähige Gehäuse- und Betätigungsteile erhalten bleiben. |
| Beidseitiges Zusammendrücken der Manschette | Gegenüberliegende Quetschelemente drücken die Manschette zusammen, um den Durchflussquerschnitt zu verringern oder den Durchgang zu schließen. |
| Voller Durchgang | Bietet bei vollständiger Öffnung einen freien Durchgang ohne Platte, Scheibe oder Kugel im Strömungsweg. |
| Verstärkte Manschettenkonstruktion | Kombiniert eine medienberührte Schicht mit einer für Druck und wiederholte Biegebeanspruchung ausgelegten Verstärkung. |
| Öffnungslaschen der Manschette | Unterstützen die Rückkehr der Manschette in die geöffnete Form, wenn der Mechanismus zurückfährt. |
Typische Einsatzbereiche
- Bergbau und Mineralaufbereitung: Erzschlämme, Mineralsuspensionen, Sandförderung, Flotations- und Entwässerungskreisläufe;
- Wasser- und Abwasserbehandlung: Klarschlamm, sandhaltiges Wasser, Rohabwasser und Kalkmilch;
- Chemische Verfahrenstechnik: verträgliche chemische Lösungen, abrasive Suspensionen und Prozessabfälle;
- Zellstoff und Papier: Fasersuspensionen, Prozessschlämme und andere feststoffhaltige Ströme;
- Pulver- und Schüttguthandling: Absperrung verträglicher Pulver und körniger Medien.
Auswahl des Manschettenwerkstoffs
Die Elastomermanschette wird nach Abriebfestigkeit, chemischer Beständigkeit und Betriebstemperatur ausgewählt. Mischung und Verstärkung müssen außerdem zum Betriebsdruck und zur Schaltfrequenz passen.
| Manschettenwerkstoff | Referenz-Temperaturbereich | Typische Anwendungen und Medien |
|---|---|---|
| NR Naturkautschuk | −40 °C bis +80 °C | Abrasive Schlämme auf Wasserbasis, Mineralsuspensionen, sandhaltiges Wasser und Kohleschlamm. |
| NR + Linatex | −40 °C bis +85 °C | Stark abrasive Anwendungen mit der spezifizierten Naturkautschukauskleidung, u. a. Förderung von Sand, Kohle und Mineralschlämmen. |
| NBR Nitrilkautschuk | −40 °C bis +120 °C | Ölhaltiges Wasser, Mineralöle und verträgliche Mineralölprodukte, einschließlich ausgewählter Kraftstoffe. |
| EPDM | −50 °C bis +130 °C | Medien auf Wasserbasis, Salzlösungen sowie verträgliche verdünnte Säuren und Laugen. |
| SBR Styrol-Butadien-Kautschuk | −40 °C bis +100 °C | Abrasive Medien auf Wasserbasis, verunreinigtes Wasser und ausgewählte Mineralsuspensionen. |
| CSM Chlorsulfoniertes Polyethylen | −40 °C bis +130 °C | Ausgewählte chemische Lösungen und verunreinigte Prozessmedien, die eine verträgliche chemikalienbeständige Mischung erfordern. |
| IIR Butylkautschuk | −50 °C bis +130 °C | Ausgewählte chemische Anwendungen, verträgliche polare Lösungsmittel und Anwendungen mit geringer Gasdurchlässigkeit. |
| FKM Fluorkautschuk | −20 °C bis +150 °C | Verträgliche Kohlenwasserstoffe und chemische Medien, die Beständigkeit bei erhöhten Temperaturen erfordern. |
Die Temperaturbereiche sind Auswahlrichtwerte für die aufgeführten Mischungen und keine gleichzeitig geltenden Druck-Temperatur-Grenzwerte. Die endgültige Eignung hängt von der gelieferten Manschettenrezeptur, der Verstärkung, Zusammensetzung und Konzentration des Mediums, dem Druck und der Schaltfrequenz ab.
Gehäusewerkstoffe
| Werkstoff | Bezeichnung | EN-Referenz |
|---|---|---|
| Sphäroguss | GGG40 | EN-GJS-400-15 |
| Edelstahlguss | ASTM A351 CF8 | 1.4308 |
| Edelstahlguss | ASTM A351 CF8M | 1.4408 |
| Aluminiumlegierung | Für die Ausführung gewählte Güte | Gemäß Spezifikation |
Der Gehäusewerkstoff wird nach mechanischen Anforderungen und Einbauumgebung gewählt. Die chemische Verträglichkeit mit dem Prozessmedium wird in erster Linie durch die Manschette bestimmt. EN-Referenzen begründen keine automatische Austauschbarkeit mit ASTM-Güten.
Betätigung und Durchflussregelung
- Manuelle Betätigung: Handrad oder Getriebe, je nach Ventilgröße und Betätigungskraft;
- Pneumatische Betätigung: Antrieb nach erforderlicher Schließkraft und Betriebsbedingungen gewählt;
- Elektrische Betätigung: Antrieb für Auf/Zu- oder Regelbetrieb gewählt.
Für Regelanwendungen werden Manschettengeometrie und Antriebssteuerung anhand des geforderten Durchflussbereichs und Druckverlusts ausgewählt. Stellungsrückmeldung und Steuerungszubehör werden entsprechend den Automatisierungsanforderungen spezifiziert.
Inspektion und Wartung
Die offene Bauweise ermöglicht eine Sichtprüfung der Manschettenaußenseite und des Betätigungsmechanismus. Der Zugang für den Manschettenaustausch erfolgt über das zerlegbare Gehäuse. Die Wartungsintervalle hängen von Abrieb, chemischer Belastung, Druck, Temperatur und Schalthäufigkeit ab.
Für eine Ersatzmanschette nennen Sie bitte Ventilmodell und Seriennummer, Nennweite, Druckstufe, den bisherigen Manschettenwerkstoff und die Betriebsbedingungen. Eine Zeichnung oder Fotos der Manschette helfen, die richtigen Abmessungen und Befestigungsmerkmale zu bestimmen.
Wahl der Gehäusebauart
Das Modell 206M eignet sich für Anlagen, bei denen der Zugang für Inspektion und Wartung Priorität hat. Wird bei einer Beschädigung der Manschette eine sekundäre Rückhaltung benötigt, empfehlen wir das Modell 205M mit hermetischem Gehäuse.
Angaben für die Ventilauswahl
Bitte geben Sie Ventilgröße, Flanschnorm und Bohrung, Prozessmedium, Feststoffgehalt und Partikelgröße, Betriebsdruck und -temperatur, Einbauumgebung sowie die gewünschte Betätigung an. Für die Durchflussregelung nennen Sie außerdem minimalen, normalen und maximalen Durchfluss sowie Vor- und Nachdruck.
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